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Weiterbildung auf Eiderstedt –
Meer im Blick

Die Weiterbildungsordnung der Ärztekammer Schleswig-Holstein schreibt für die Weiterbildung zum Facharzt für Allgemeinmedizin eine 24-monatige Verwendung in der ambulanten hausärztlichen Versorgung vor. Eine Zeit, die man auf der Halbinsel Eiderstedt mit erfahrenen Kolleginnen und Kollegen und inmitten einer einzigartigen Landschaft verbringen kann. Wer kann von sich schon behaupten, dass er nach einem spannenden Arbeitstag in der Praxis innerhalb weniger Minuten auf dem Deich stehen kann, um die frische Nordseeluft einzuatmen? .

Der Arzt  Aron Töpfer kam, sah und blieb.

Ein Erfahrungsbericht zur Weiterbildung in der Gesundheitsregion Eiderstedt

Aron Töpfer, seit Frühjahr 2020 niedergelassener Facharzt für Allgemeinmedizin in einer Tönninger Arztpraxis, hat die letzten zwei Jahre seiner Zeit als Weiterbildungsassistent in der Gesundheitsregion Eiderstedt verbracht. Wir wollen wissen, welche Erfahrungen er dabei gemacht hat und haken nach >

Herr Töpfer, wenn ein Arzt/ eine Ärztin sich für eine ländliche Region entscheidet, gehen die meisten Menschen spontan davon aus, dass er/ sie die Region zuvor auch schon kannte, vielleicht sogar dort aufgewachsen ist. Kommen Sie aus der Region?

Töpfer: Nein, überhaupt nicht… nicht einmal aus der Nähe. Ich bin ein Stadtkind, komme ursprünglich aus Mannheim und habe ich in Frankfurt am Main Medizin studiert. Eiderstedt kannte ich gar nicht.

Wie haben Sie von der Gesundheitsregion Eiderstedt gehört und was hat Sie dann letztlich bewogen, Ihre Zeit als Weiterbildungsassistent dort zu verbringen?

Töpfer: Das war eigentlich Zufall. Dazu müssen Sie wissen, dass meine Frau Lehrerin ist. Wir waren nahezu gleichzeitig mit unserem Studium fertig und sie bekam eine Referendariatsstelle in St. Peter-Ording. Das war das erste Mal, dass ich etwas von Eiderstedt gehört habe.

Ich habe dann beschlossen, es mit einer Weiterbildung in Schleswig-Holstein zu versuchen. Ich dachte, wenn es nicht gut wird, könnten wir ja immer noch wieder gehen. Meine Frau fing also mit ihrem Referendariat in St. Peter an und ich habe mich für meine ersten drei Jahre der Weiterbildung im Krankenhaus in Heide beworben. Dort wurde ich sofort angenommen.

Wir haben uns dann für Tönning als Wohnort entschieden, weil das für uns in jeder Richtung die optimale Ausgangslage war. In Tönning habe ich dann auch die letzten beiden Jahre als Weiterbildungsassistent in einer hausärztlichen Gemeinschaftspraxis verbracht.

Am Ende Ihrer Weiterbildungszeit haben Sie sich dann direkt in Tönning niedergelassen. Wollten Sie nicht wieder in die Großstadt zurück?

Töpfer: Nein, ich wollte überhaupt nicht wieder weg. Ich habe diese Gegend, die ich vorher überhaupt nicht kannte, kennen und lieben gelernt. Meine Frau wurde in St. Peter in den Schuldienst übernommen und so musste ich nicht lange überlegen, als mir der Senior-Anteil in der Gemeinschaftspraxis angeboten wurde.

Niederlassung ist ja immer auch ein kleines Abenteuer. Hatten Sie Unterstützung dabei in der Gesundheitsregion Eiderstedt?

Töpfer: Positiv ist mir insbesondere die Ärztegenossenschaft Nord sowie die Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein aufgefallen. Unterstützung wurde immer wieder angeboten. Ich habe sie aber selten benötigt, da ich mich ja im Rahmen einer bereits bestehenden Gemeinschaftspraxis niedergelassen habe. Ich hatte dadurch jede Menge Unterstützung direkt an meinem Arbeitsplatz vor Ort.

Herr Töpfer, gibt es Dinge, die Ihnen während der Weiterbildung und auch jetzt als niedergelassener Allgemeinmediziner besonders positiv aufgefallen sind?

Töpfer: Ja, die gibt es.

Erstens: Patientenversorgung
Wir haben hier einen stabilen Patientenstamm. Dass Patienten von einem Arzt zum anderen laufen und so gegebenenfalls auch die eigene Behandlung erschweren, gibt es hier eher selten. Alles bleibt in einer Hand. Das habe ich wirklich schätzen gelernt.

Zweitens: Entfernungen
Einen kurzen Arbeitsweg zu haben, ist für mich von großer Bedeutung. Hier wohne ich direkt am Ort. Darüber hinaus erreichen wir von Tönning aus die umliegende Kreisstädte sowie die Badestrände in 20 min. In einer Großstadt kommt man nicht schneller von A nach B.

Drittens: Work-Life-Balance
Wir haben mittlerweile zwei Kinder. Alles, was wir uns hier aufgebaut haben, wäre in der Großstadt so gar nicht möglich gewesen. Es ist das, was man unter einer guten Work-Life-Balance versteht: Arztsein und Familie gehen perfekt zusammen.

Sie kennen sicherlich die #Twankenhaus-Bewegung, die auf Twitter ihren Start genommen hat. Dort gab es eine Umfrage zum Thema „Wunsch & Wirklichkeit“. Viel Ärzte und Ärztinnen sagten in dieser Umfrage, dass da bei ihnen zwischen Wunsch und Wirklichkeit eine große Lücke klaffe. Wie ist das bei Ihnen? Fällt Ihnen zur Weiterbildung und dem Arztsein in der Gesundheitsregion Eiderstedt auch etwas Kritisches ein?

Töpfer: Da muss ich jetzt erst einmal überlegen… Nein. Es gibt für mich hier gar nichts, das mir negativ aufgefallen wäre. Wunsch und Wirklichkeit liegen sehr dicht beieinander.

Herr Töpfer, wir danken für das Gespräch.

Ansprechpartner

Einige Praxen auf Eiderstedt bieten interessierten Ärztinnen und Ärzten die Möglichkeit Ihre Weiterbildung zum Teil oder komplett auf Eiderstedt zu absolvieren. Schauen Sie gerne in die Praxisprofile und nehmen Sie Kontakt auf.